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Chronotyp

Kurz gesagt

Ihr Chronotyp ist der natürliche Zeitrhythmus Ihrer inneren Uhr – ob Sie eine frühe „Lerche“, eine späte „Eule“ oder etwas dazwischen sind. Er ist weitgehend genetisch festgelegt und verändert sich mit dem Alter. Der Chronotyp beeinflusst, wie leicht Ihnen Reisen nach Osten oder nach Westen fallen, weil er mitbestimmt, wann Ihre innere Nacht beginnt.

Einfach erklärt

Manche Menschen wachen früh auf, sind sofort munter und werden abends müde; andere quälen sich morgens und blühen erst am Abend auf. Das sind die Extreme des Chronotyps – „Lerchen“ und „Eulen“ –, und die meisten Menschen liegen irgendwo dazwischen. Der Chronotyp ist nicht einfach Gewohnheit oder freie Entscheidung: Er spiegelt wider, wo Ihre innere Uhr von Natur aus steht. Wenn Sie dauerhaft stark gegen ihn anleben, fühlt sich das selbst zu Hause wie ein ständiger, leichter Jetlag an.

Der Chronotyp verändert sich auch im Laufe des Lebens. Kinder sind eher früh dran; bei Jugendlichen verschiebt er sich deutlich nach hinten (weshalb ihnen ein früher Schulbeginn so schwerfällt); und ab dem Erwachsenenalter werden die meisten Menschen mit zunehmendem Alter allmählich wieder früher.

Im Detail

Der Chronotyp ist eine Eigenschaft Ihres zirkadianen Rhythmus – im Grunde die Phase, auf die sich Ihre Uhr relativ zum Tag einpendelt. Zwei etablierte Instrumente messen ihn. Der Morningness-Eveningness Questionnaire (MEQ), 1976 von Horne und Östberg entwickelt, erfasst die persönliche Vorliebe über eine Reihe von Fragen. Der Munich ChronoType Questionnaire (MCTQ), ab 2003 von Roenneberg und Kollegen entwickelt, stützt sich dagegen auf Ihr tatsächliches Schlafverhalten und nutzt die Schlafmitte an freien Tagen (wenn kein Wecker Sie aus dem Bett holt) als objektiven Anhaltspunkt für die zeitliche Lage.

Große Datensätze aus dem MCTQ (Roenneberg und Kollegen, 2007) zeigen, dass der Chronotyp in der Bevölkerung ungefähr glockenförmig verteilt ist, mit erheblicher Streuung – zwischen ausgeprägten Lerchen und ausgeprägten Eulen können mehrere Stunden innerer Zeit liegen. Die Gene erklären einen großen Teil davon; Alter und Lichtexposition sind wichtige weitere Einflussgrößen. Weil ein später Chronotyp in einer Gesellschaft, die auf frühe Zeitpläne ausgerichtet ist, eine chronische Diskrepanz zwischen biologischer und sozialer Zeit erzeugt, hat diese alltägliche Fehlanpassung einen eigenen Namen: sozialer Jetlag.

Der Chronotyp wirkt über die Lage Ihres CBTmin mit der Phasen-Response-Kurve zusammen. Bei einer Eule fällt der Temperaturtiefpunkt später in den Morgen, bei einer Lerche früher. Da alle Lichtregeln relativ zum CBTmin definiert sind, brauchen zwei Reisende im selben Flugzeug unter Umständen etwas unterschiedliche Lichtzeiten. Deshalb fragt jetlag.info kurz nach Ihrem Chronotyp, statt bei allen vom Durchschnitt auszugehen – bewusst mit einer kurzen Frage statt eines vollständigen MEQ.

Illustration (Grafik in Planung)

Eine waagerechte Verteilung (Inline-SVG) von „früh / Lerche“ links bis „spät / Eule“ rechts, gezeichnet als breite Glockenkurve, mit Markierungen für typische Schlafmitten entlang der Achse; Ihre eigene Position lässt sich hervorheben. Eine kleine eingesetzte Linie zeigt den Verlauf über die Lebensspanne: Der Chronotyp verschiebt sich in der Jugend nach hinten bis zu einem Höhepunkt in den späten Teenagerjahren bzw. Anfang zwanzig und wird danach mit dem Alter allmählich früher. Ein Schema auf Grundlage von Bevölkerungsdaten, kein dekoratives Bild.

Was das für Ihre Reise bedeutet

Der Chronotyp verschafft Ihnen in einer Richtung einen moderaten, aber echten Vorteil. Als Faustregel gilt: Abendtypen (Eulen) fällt es etwas leichter, ihre Uhr zurückzustellen, was Reisen nach Westen begünstigt; Morgentypen (Lerchen) fällt es leichter, sie vorzustellen, was Reisen nach Osten begünstigt. Das ist nur ein Faktor unter mehreren – die Zahl der Zeitzonen bleibt ausschlaggebend –, aber deshalb bezieht der Jetlag-Rechner Ihren Chronotyp in die Schätzung ein, und deshalb können sich zwei Menschen auf derselben Reise etwas unterschiedlich schnell anpassen.

Wie die Flugrichtung mit Ihrem Typ zusammenspielt, zeigt Ihnen der Ost-West-Rechner. Und denken Sie an die Ausgangslage: Wenn Sie schon mit Schlafmangel ankommen, weil Sie zu Hause gegen Ihren Chronotyp ankämpfen, wird jede Reise schwerer – schützen Sie deshalb in den Tagen vor dem Flug Ihren normalen Schlaf.

Häufige Fragen

Kann ich meinen Chronotyp ändern?

Sie können ihn etwas verschieben – regelmäßiges Licht am frühen Morgen und früheres Schlafengehen verlagern ihn zum Beispiel nach vorn –, aber Ihre genetisch und altersbedingt vorgegebene Grundeinstellung können Sie nicht vollständig außer Kraft setzen. Mit Ihrem Chronotyp zu arbeiten ist leichter, als gegen ihn anzukämpfen.

Wie wird der Chronotyp gemessen?

Meist mit Fragebögen: dem MEQ (fragt nach Vorlieben) oder dem MCTQ (erfasst das Verhalten und nutzt die Schlafmitte an freien Tagen). jetlag.info verwendet statt eines vollständigen Fragebogens eine kurze Frage zum Chronotyp.

Entscheidet mein Chronotyp darüber, wie stark mein Jetlag ausfällt?

Er beeinflusst in moderatem Maß, welche Richtung Ihnen leichter fällt; die Zahl der überquerten Zeitzonen und der Zeitpunkt Ihrer Lichtexposition wiegen aber schwerer. Der Chronotyp verfeinert die Schätzung, statt sie zu bestimmen.

Quellen

  • Horne JA & Östberg O (1976). „A self-assessment questionnaire to determine morningness-eveningness in human circadian rhythms.“ International Journal of Chronobiology, 4(2). Der MEQ.
  • Roenneberg T, Wirz-Justice A & Merrow M (2003). „Life between clocks: daily temporal patterns of human chronotypes.“ Journal of Biological Rhythms, 18(1). Führt den MCTQ und die Schlafmitte an freien Tagen ein.
  • Roenneberg T, Kuehnle T, Juda M, et al. (2007). „Epidemiology of the human circadian clock.“ Sleep Medicine Reviews, 11(6). Verteilung in der Bevölkerung und Alterstrends.
  • Sleep Foundation und NIGMS (NIH) – allgemeinverständliche Überblicke zum Chronotyp.

Messinstrumente sowie Muster nach Bevölkerung und Alter stützen sich auf die oben genannten wissenschaftlich begutachteten Quellen; der Einfluss der Reiserichtung ist eine moderate, allgemein anerkannte Anwendung und wird als ein Faktor unter mehreren behandelt.